21.10.2026

KWK-Projekt des Monats

Die „Neue Weststadt“ in Esslingen

Gute Nachrichten werden nicht schlechter, wenn sie ein paar Wochen alt sind. Das klimaneutrale Quartier „Neue Weststadt” in Esslingen wurde im August von der Fachmagazin Energie & Management und dem BHKW-Infozentrum zum KWK-Projekt des Monats gewählt. Das freut uns besonders, denn wir optimieren dieses komplexe Energiesystem.

Auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs entsteht seit 2017 ein neues Stadtquartier: Wohnungen, Gewerbe und der neue Campus der Hochschule Esslingen auf über zwölf Hektar. Das Ziel war ambitioniert. Pro Bewohner sollten für Wohnen und Mobilität höchstens eine Tonne CO₂ im Jahr anfallen (Bundesweit sind es heute sechs bis neun Tonnen)

Das dortige Versorgungskonzept verknüpft BHKW, Wärmepumpe, Photovoltaik, einen 1-MW-Elektrolyseur, Wärme- und Wasserstoffspeicher sowie PPA-Verträge für Wind- und Solarstrom. Damit ein solches System technisch und wirtschaftlich funktioniert, müssen Erzeugung, Speicherung, Verbrauch und Vermarktung fortlaufend aufeinander abgestimmt werden. Das übernehmen wir mit der VK Betriebsoptimierung.

Was die Optimierung in Esslingen anspruchsvoll macht:

  • Strombeschaffung: Über eine interne Merit-Order wählt das System für den Elektrolyseur die jeweils günstigste Quelle: Windstrom aus PPA, PV aus Eigenerzeugung und PPA oder kurzfristige Zukäufe an der Börse.
  • Mehrere Märkte: Wir erstellen täglich Day-Ahead-Fahrpläne und passen sie im Viertelstundentakt an Wetter und Marktentwicklungen (Intraday) an. Unsere eigens entwickelte KI lernt aus den Daten der Vergangenheit, sodass das Modell laufend präziser wird.
  • Wasserstoff oder Vermarktung: Je nach Situation entscheidet das System, ob der Strom in die Elektrolyse geht oder vermarktet wird.
  • Regulatorik: KWK-Förderung, Herkunftsnachweise für grünen Wasserstoff und Einspeisegrenzen berücksichtigt das System automatisch. Anhand von Prognosen zum Erdgasdurchfluss berechnen wir laufend, wie viel Wasserstoff ins Gasnetz darf (maximal 2,5 Volumenprozent). Ist die Grenze erreicht, kann der Wasserstoff gespeichert oder im BHKW rückverstromt werden.
  • Regelleistung: Seit Anfang 2026 stellt das System zusätzlich Sekundärregelleistung und Minutenreserve bereit.

Das das Konzept funktioniert, bestätigt Felix Mayer, ehemaliger Geschäftsführer von Green Hydrogen Esslingen: „Durch die Zusammenarbeit mit VK Energie läuft nun die Elektrolyseanlage endlich genau so, wie sie soll.“

Der CO₂-Zielwert wird nach den bisherigen Bilanzierungen eingehalten. Auch für die Bewohner rechnet sich das Konzept: Laut dem Energieversorger Polarstern lagen ihre Stromkosten in den letzten Jahren rund 30 Prozent unter dem Grundversorgertarif.

Hier finden Sie den Originalartikel.

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